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Henriette von Münchhausen – LIQUID MARBLES

27. März @ 14:00 17:00

Ausstellungseröffnung;

Ausstellung läuft 27. März – 7. Mai 2022


Kunst – und hier insbesondere Malerei – kann auf eine magische Weise anders sein und seine Attraktivität
aus einer Art speisen, die Literatur beispielsweise nicht vermag, Film nicht vermag oder Theater nicht
vermag.
Bilder können Geschichten auf einen Blick erzählen, ohne linear daher zu kommen, können von etwas
Zeugnis ablegen, ohne geschwätzig zu sein.
Dieser Wimpernschlag Andersartigkeit, der nur gemalten Bildern innewohnt, scheint im verschlungenen
Werk von Henriette von Münchhausen immer wieder hindurch.
Gleich dem Gesang von Sirenen breitet sie in einem einzigartigen Crossover aus unterschiedlichsten Stilen
eine Art Flor aus Farben und eigentümlichen Figuren aus, der uns geradezu ummantelt und vielstimmig zu becircen weiß.
In ihrer Schau „Liquid Marbles“ in der Galerie Mellies werden wir Zeuge einer exotischen Welt, die an eine
Fauna und Flora erinnert, die wir zu kennen meinen, aber noch nie so gesehen haben.
Grinsende Reptilienschnauzen, erstaunte Vogel-Augen, die uns wie aus einem urwaldlichen Unterschlupf
heraus ertappt angucken, oder grüne Gewächse, die sich wie in einer Mélange, einer Art fluidem
Wettbewerb mit abstrakten in der Schwebe gehaltenen Körpern tummeln.
Kugeln, zerfließende Kaulquappen und bunte Würmchen, zellenartige Früchte, amorphe organische
Formen – Zierkürbissen und Kalebassen ähnelnd – behaupten sich neben abgetrennten Extremitäten und
hybriden Mischwesen.
Alles scheint im Fluss. Gallertartig, nicht zu fassen, gleichzeitig nach einer Form suchend und diese
nichtsdestoweniger schnell wieder verlassend.
Es ist, als würde Henriette von Münchhausen in ihrer bunten fiebrigen Malerei eine Saat ausbringen,
Samen auslegen, um ihre Artenvielfalt immer wieder zu rekombinieren.
Wir werden gerade dem Moment teilhaftig, in dem sich eine Form inkarniert und wie in einer
Metamorphose aus dem Ei schlüpft. Und gleichzeitig werden wir Zeuge eines Hinüberwachsens, eines
rauschhaften Übersichhinauswachsens.
Die Bilder in der Ausstellung „Liquid Marbles“ in der Galerie Mellies sind kaum analysierbare Cluster-
bildende Anordnungen, die mehr Brise sind als Wind, Sturm und Wetter. Mehr Ahnungen als Statements.
Gerade mit diesen Ansammlungen, die bar jeder Schwere sind und in gleichem Maße unablässig wogen wie
schweben, macht sie uns zu Teilhabenden, zu Helfershelfern und Arrangeuren ihrer farblichen Stimuli. Man
muss sich in die Bilder hinein imaginieren. Etwas von sich selbst investieren.Denn schaut man sich ihre Bilder an, muss man sich unweigerlich mit ihnen verbünden, als würde man zum
ersten Mal einen Spielplatz betreten, einen Rummelplatz oder Jahrmarkt.
Abseits und lange erwachsen am Rand stehen geht nicht!
Ehe man sich versieht, rollt ein Ball oder eine Murmel auf einen zu, schon hört man eine Drehorgel,
Kinderlachen. Es wird einem schwindelig. Man sieht bunte Gummibänder, Flummis, Kometen, Tierwesen,
alles ist in Bewegung: Unlimited – wie in einem Karussell.
Henriette von Münchhausen taucht die Galerie in eine Essenz aus unorthodoxen kindlichen Farben und
Formen und schmuggelt in ihren polymorphen Bild-Fassetten etwas hinein, dass das Trügerische im
Eigentlichen, das Spannende im vermeintlich Wesentlichen zeigt. Dabei positioniert sie sich als
Stellvertreterin einer neuen jungen Künstlergeneration, die fast schon notorisch andere Wege geht.
Die aus München stammende und in Holland lebende Malerin schafft es mit ihrem ungezogenen
Farbtsunami, mit dieser umgerührten Flüssigkeit an Farben und Formen und fast alchimistischen Lotion,
das man sehr gern vom Weg abkommen möchte und mit geht.
Henriette von Münchhausen ist eine bekennende Malerin des Abweichenden, eine Stilistin des Kuriosen.
Sie zelebriert das Irrationale, das Abbiegen ins Abseitige. Ihre Malerei ist nicht follower-getrieben, sondern
in ihrem Minimalismus ganz uneitel und lässig. Große Kunst kann auch klein sein.
Nachdem man die Galerie Mellies wieder verlässt, meint man aus einer ganzen Welt heraus zu treten. Aus
einer Halluzination, einer anderen großartigen und entfesselten Welt voller waghalsiger Fragmente, in der
alles möglich scheint. Und dieses kleine künstlerische Empowerment funktioniert verblüffend, ja, man kann
schon fast sagen – zärtlich – gut.
Die Ausstellung „Liquid Marbles“ von Henriette von Münchhausen macht diese unprätentiöse Location in
der Vorstadt zu einer Anti-Stress-Knautschkugel. Zu einem kleinen Biotop.
Henriette von Münchhausen fungiert dabei als Groovemaker. Ihre Bilder highlighten und turteln mit uns
auf ganz sonderbare Weise und vereinen sich zu nichts weniger als zu einer Wundertüte, die man beim
Betreten der Galerie immer wieder öffnen und hineinschauen möchte.
Wer wissen will, wie Henriette von Münchhausen das gelingt, der schaue sich die Ausstellung „Liquid
Marbels“ in der Galerie Mellies an und lasse sich verzaubern und zu einer Expedition in ein kleines Reich
aus sympathischen Schnabeltieren und transparentem aquarelligem Schimmer einladen.
Zu entdecken gibt es, auch auf dem zweiten Blick, allerhand

Galerie Mellies,

Waldheidestraße 24
Detmold, 32758
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(01 57) 57 32 84 44
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